TRADITION

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Tradition

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Lange Tradition FFW Altfriedland

Auf der linken Seite können Sie die Jahreszahl anklicken, zu denen wir Bilder haben. Die Aufarbeitung wird noch eine Weile dauern. Wir vervollständigen nach und nach die Dokumentation.

Jahrelang bestand in der Gemeinde Altfriedland schon der Wunsch, eine Freiwillige Feuerwehr zu haben. Im Oktober 1924 wurde die erste Wehr aufgestellt. Aus den Gemeindemitteln und Zuschüssen des Kreises erhielt die Wehr die notwendigen Ausrüstungsstücke.
Nach einem Vierteljahr waren die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr soweit ausgebildet, dass die Abnahme am Sonntag vor Weihnachten erfolgen konnte. Es nahmen viele auswärtige Wehren daran teil und ein Umzug mit geschmückter Feuerspritze beschloss die Feier. Seit diesem denkwürdigen Sonntag besteht eine einsatzfähige Feuerwehr in der Gemeinde Altfriedland.
Sie stand unter der Leitung des Bauern Martin Kieling. Seine Stellvertreter waren Julius Dumke und Otto Sandow. Zu diesem Zeitpunkt bestand die Wehr schon aus 28 Kameraden. So ist es in der Schulchronik nachzulesen.
Aus einem alten Zeitungsartikel ist zu erfahren, dass der jetzige Schlauchturm im Jahr 1925 an das damalige und gegenwärtig rekonstruierte Gerätehaus angebaut wurde.
Leider sind aus diesen Jahren keine weiteren Aufzeichnungen vorhanden. Vermutlich sind diese im 2. Weltkrieg verloren gegangen. Als Wehrführer fungierte Martin Kieling von 1924 bis 1945.

Ihm folgte der damalige Gastwirt Martin Loos, 1945 bis 1956. 1956 übernahm Albert Pernau die Wehrführung. Unter seiner Führung erhielt die Freiwillige Feuerwehr einen TSA (Tragkraftspritzenanhänger). Dieser konnte innerhalb des Ortes mir Muskelkraft oder durch einen Traktor der damaligen MTS (Maschinen- und Traktorenstation) zum Einsatzort bewegt werden.
Als Albert Pernau 1959 in die Wirkungsbereichsleitung Marxwalde berufen wurde, übernahm Herbert Ruschke diese Funktion, welche er bis zu seinem Tod im Jahre 1984 inne hatte.
Einige Kameraden aus dieser Zeit weilen heute unter uns. Hier sind die Kameraden Helmut Jeratsch, Manfred Raeke, Heinz Opitz, Heinz Schenk, Gerhard Slottke und Fritz Kieling zu nennen.
Unter der Leitung von Herbert Ruschke, Herbert und Helmut Jeratsch in den Jahren von 1960 bis 1984 wurde eine kontinuierliche Arbeit geleistet. Die Wehr zählte bereits zum damaligen Zeitpunkt zu den leistungsstärksten Wehren des Kreises Seelow.

In dieser Zeit hatte Altfriedland auch eine sehr starke Wettkampfmannschaft im Feuerwehrsport. So belegten Kameraden unserer Wehr 1963 den 2. und 1964 den 1. Platz bei den Kreismeisterschaften. Auch die Einzelstarter Bruno Späth, Eckard Koerth und Hans Jürgen Knaack belegten erste Plätze. Zu dieser damaligen Mannschaft gehörten weiterhin die Kameraden Erhard Raeke, Herbert Jeratsch, Helmut Jeratsch, Max Perlebach, Ulrich Deutschmann, Werner Kuss, Fritz Kieling, Hans- Jürgen Knaack und Heinz Schenk.

Natürlich hatte die Wehr auch eine Reihe von unterschiedlichen Einsätzen. Die Breite kann man an wenigen Bespielen verdeutlichen :
• 1961 - Eisrettung der Kinder von der Familie Nitschke
• 1966 - Bergung von persönlichem Eigentum der Familie Büchsler, hier war nach einem schweren Unwetter der gesamte Hausgiebel eingestürzt.
• 1969 - Hochwasser in Gottesgabe.

Mit der Gründung einer „AG Junge Brandschutzhelfer" Anfang 1970 konnte das Interesse vieler Jugendlichen aus der Gemeinde für die Feuerwehr geweckt werden. Es war wichtig, junge Kameraden für die Wehr zu gewinnen. Die Aufgabe erfüllte Helmut Jeratsch. Als Herbert Ruschke 1984 plötzlich verstarb, vollzog sich ein Generationswandel in der Wehrführung. Herbert und Helmut Jeratsch traten von ihren Funktionen in der Wehrführung zurück. Sie wollten mit diesem Schritt jüngere Kameraden an verantwortungsvolle Aufgaben heran führen. Die Funktion des Wehrführers übernahm der Kamerad Wolfgang Opitz, seine Stellvertreter waren die Kameraden Detlef Wagenitz und Reinhard Schenk. Die Kameraden gingen aus der Arbeitsgemeinschaft Junge Brandschutzhelfer hervor. Eine reibungslose Fortführung der Entwicklung unserer Wehr gelang aber zum damaligen Zeitpunkt nur, weil die junge Wehrführung von den älteren Kameraden anerkannt und unterstützt wurde.

Mit dem politischen Umschwung 1989 wurden viele Sachen einfacher. So auch in unserer Wehr. Durch die Initiative von Werner Hoffmann, dem damaligen Bürgermeister, erhielt die FFW Altfriedland einen alten LO - Pritsche. Dieser wurde in vielen freiwilligen Arbeitsstunden durch die Kameraden umgebaut. Dieser Umbau entsprach natürlich nicht den DIN Vorschriften. Wir hatten aber nun ein eigenes Fahrzeug und waren nicht mehr von einem Vorspannfahrzeug abhängig.
Mit dem Erhalt dieses Fahrzeuges entstand ein für unsere Wehr durchaus positives Problem. Es wurden bereits 1988 diskutierte Pläne zum Bau eines Gerätehauses in Angriff ge-nommen. Mit dem Bau wurde 1989 begonnen. Da es aber für das Gerätehaus nie Fördermittel gab und viele Arbeiten in Eigenleistung durch die Kameraden erfolgten, wurde das Gerätehaus erst 1998 endgültig fertiggestellt.

1991 wurde mit 12 Jungen und 2 Mädchen die Jugendfeuerwehr Alfriedland unter der damaligen Leitung von Susann Ruschke gegründet. Große Unterstützung erhielten wir hier von der Jugendfeuerwehr Lebus. So wurde 1992 wurde ein B 1000 von der Stadt Lebus erworben und mit Unterstützung von Sponsoren als Feuerwehrfahrzeug umgebaut. Der B 1000 wurde als Transport- und Beleuchtungsfahrzeug genutzt. Mit Hilfe der Lebuser gelang es uns innerhalb von 2 Jahren eine der leistungsstärksten Jugendfeuerwehren in Märkisch Oderland auf zu bauen. In der Jugendwehr waren zu diesem Zeitpunkt 23 Kinder und Jugendliche. Zahlreiche Kreismeistertitel, 2. und 3. Plätze bei Landesmeisterschaften zeugen von den Erfolgen unserer Jugendfeuerwehr seit 1994. Höhepunkt war der Gewinn des Landesmeistertitels 1998 in Prenzlau.

Foto links;: Ford Transit.
Seit 1993 pflegen wir Kontakte zu den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Wessum.
Über die Kontakte erhielten wir 1994 einen gebrauchten Ford Transit von der Stadt Ahaus in NRW geschenkt. Ausgerüstet mit dieser Technik, LO, B 1000 und Ford, wurden weit über 100 Brand- und Hilfeleistungseinsätze gefahren. Unsere Wehr zählte zu den wenigen Wehren, die rund um die Uhr einsatzbereit waren und sind.

Einer der gefährlichsten Einsätze sollte 1997 mit dem Oderhochwasser erfolgen. Hier waren unsere Kameraden mit dem Beleuchtungssatz direkt an den Brennpunkten auf dem Oderdamm eingesetzt. Auf Grund der hohen Einsatzbereitschaft und des sehr guten Ausbildungsstandes ist unsere Wehr seit 1999 in der Brandschutzeinheit MOL integriert. Mit dieser Brandschutzeinheit kämpften unsere Kameraden 2002 in Mühlberg und in Breese erneut an den Brennpunkten eines Hochwassers. Beide Orte wurden damals gerettet. Die Erfahrungen vom Oderhochwasser waren für unsere Kameraden beim Hochwasser der Elbe von großem Nutzen.

Angespornt von den Erfolgen aus ihrer Zeit in der Jugendwehr, wollten die Kameradinnen und Kameraden auch als Mitglieder der aktiven Wehr weiterhin Feuerwehrsport betreiben. Nach anfänglichen Rückschlägen zählen unsere Männer und Frauen zu den Besten im Kreis MOL. Bereits 2001 qualifizierten sich die Frauen für die Landesmeisterschaften. Der 3. Platz sowohl bei den Frauen und als auch bei den Männern bedeutete auch 2003 die Teilnahme beider Mannschaften an den Landesmeisterschaften. Von den Frauen wurde auch 2004 der 3. Platz bei den Kreismeisterschaften belegt. Unsere Wehr ist gegenwärtig die einzige Wehr, welche im Kreis MOL mit 2 Frauenmannschaften an den Start geht. Nicht unerwähnt soll in diesem Zusammenhang bleiben, dass eine Kameradin, Diana Schröder, aus unserer Wehr 2004 Mitglied der Kreisauswahl MOL war. Diese Mannschaft belegte bei den Deutschen Meisterschaften in Halle einen l. und 3. Platz.

Foto: Unser modernes Feuerwehrauto LF 8/6.
Absoluter Höhepunkt in der Entwicklung unserer Wehr war das Jahr 2003. Nach genau 79 Jahren seit dem bestehen unserer Wehr erhielten wir ein werksneues LF 8/6. Mit der Bewilligung von Fördermitteln durch den Kreis MOL, wurde die jahrelange kontinuierliche Arbeit und Leistung unserer Wehr gewürdigt. Es ist eigentlich nicht notwendig zu erwähnen, dass jede Kameradin und jeder Kamerad unserer Wehr entsprechend seines Einsatzgebietes die entsprechende Qualifikation besitzt und entsprechende Lehrgänge an der Landesfeuerwehrschule bzw. auf Kreisebene besuchte.

© Feuerlöschwesen Altfriedland e.V. Diese Seite drucken